Aromatherapie in der Pflege

15. Oktober 2026 Allgemein

Der Einsatz von Duftstoffen in der Pflege spiegelt das Bestreben moderner Pflegeeinrichtungen wider, eine Atmosphäre zu gestalten, in der Wohlbefinden, Entspannung und Lebensqualität im Fokus stehen.

Hohe Arbeitsbelastung prägt weiterhin den Pflegealltag: Laut dem BKK Report 2025 verzeichnete jede Pflegekraft im Jahr 2024 durchschnittlich 39 Fehltage. Diese außergewöhnlich hohe Ausfallquote – die branchenübergreifend den Spitzenwert in Deutschland darstellt – verschärft den Personalmangel zusätzlich und verursacht erhebliche Mehrkosten.

Auch die psychische Beanspruchung ist ein zentrales Problem. Die Trendstudie Pflege und Soziales 2025 zeigt, dass emotionale Erschöpfung und anhaltender Stress das Pflegepersonal stark belasten. Fast die Hälfte der Befragten (49,3 %) nennt Stress als ausschlaggebenden Grund, den Beruf zu verlassen oder den Arbeitgeber zu wechseln.

Hinzu kommt eine zunehmend belastende Arbeitsumgebung: Der steigende Anteil an Menschen mit Demenz sowie der oft bereits kritische Gesundheitszustand beim Einzug in Pflegeeinrichtungen führen zu einer hohen Reizdichte im Arbeitsalltag. Dies äußert sich in vermehrter Unruhe, Schlafstörungen und einem wachsenden Frustrationsniveau bei den Pflegekräften.

Wirkprinzip Aromatherapie

Einen wesentlichen Beitrag kann hier die Aromatherapie leisten. Die Wirkung der Aromatherapie lässt sich neurobiologisch vor allem durch ihren Einfluss auf das limbische System erklären – jene Hirnregion, die maßgeblich an der Verarbeitung von Emotionen, Erinnerungen und Verhalten beteiligt ist. Ätherische Öle gelangen entweder über die Atmung (olfaktorisch) oder über die Haut in den Körper (perkutan) aufgenommen. Beim Einatmen aktivieren ihre Duftmoleküle die Rezeptoren in der Nase, die entsprechende Signale an das Gehirn weiterleiten und so das limbische System ansprechen. Dadurch können unterschiedliche Effekte ausgelöst werden, etwa eine anregende oder beruhigende Wirkung auf die Sinne, muskuläre Entspannung sowie eine Reduktion von Stress und Angst.

Nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip lösen mehr als 400 verschiedene Duftrezeptoren im menschlichen Gewebe gezielte Reaktionen im Körper aus.

Beispiele

Aktivierende, stimmungsaufhellende und erfrischende Düfte sind:

  • Zitrusfrüchte (Orange, Zitrone)
  • Rosmarin
  • Grüne Minze (auch Krauseminze genannt)

Unter beruhigende und entspannende Düfte fallen:

  • Lavendel, Melisse, Rose
  • Bergamotte, Zeder, Jasmin
  • Passionsblumenkraut

Für Atemwegssensible gibt es milde Düfte wie

  • Mandarine
  • Kamille
  • Lavendel

Für eine Luftdesinfektion mit antiviraler und antibakterieller Wirkung eignen sich:

  • Zitrone
  • Thymian
  • Koniferenöle (Tanne, Fichte, Kiefer)

Assistenzroboter temi mit Beduftungsmodul

Der Assistenzroboter temi zeigt, wie künstliche Intelligenz Menschen im Alltag sinnvoll unterstützen kann. Besonders in Pflegeeinrichtungen, betreuten Wohnformen und sozialen Einrichtungen fördert temi digitale Teilhabe, Selbstständigkeit und Kommunikation.

Zu den Stärken von temi gehören die einfache Sprachsteuerung, die selbstständige Navigation sowie die intuitive Bedienung. Der Roboter kann Menschen folgen, Räume eigenständig anfahren und bei Videoanrufen, Erinnerungen oder Unterhaltungsangeboten unterstützen. Dadurch hilft temi, soziale Isolation zu reduzieren und den Alltag strukturierter zu gestalten.

Gleichzeitig entlastet temi Pflege- und Betreuungskräfte bei organisatorischen Aufgaben und schafft mehr Zeit für persönliche Betreuung. Projekte unter anderem bei Vitos zeigen, dass sowohl Mitarbeitende als auch Klientinnen und Klienten den Einsatz sehr positiv bewerten.

Auch in Schulen, bei Veranstaltungen oder als Telepräsenzlösung beweist temi seine Vielseitigkeit. Insgesamt steht der Roboter für eine menschenorientierte Nutzung von KI, die Lebensqualität verbessert und digitale Teilhabe erleichtert.

Mit dem neuen Beduftungsmodul ist temi in der Lage, Wohlbefinden, Raumklima und Aufenthaltsqualität von Bewohnern, Betreuungspersonal und Besuchern zu verbessern. Mit speziellen Geruchsabsorbern kann er auch unangenehme Gerüche absorbieren.

Einsatzbereiche

Aromabeduftung wird in Wohngruppen, Bewohnerzimmern, Pausenräumen sowie in Foyer und Speisesaal eingesetzt. Sie dient unter anderem der Geruchsreduzierung, Beruhigung, Aktivierung und Stressreduktion.

Dabei werden nur hochwertige, naturidentische Duftstoffe mit geringer Allergiegefahr verwendet. Die Intensität und Dauer der Beduftung sind individuell einstellbar.

Wohngruppen

Mit automatischer Einstellung fährt der temi-Assistenzroboter vor, während und nach der Pflege durch die Räume, zum Zweck der Geruchsreduzierung. Zusätzlich wird er zur Morgenaktivierung und Abendberuhigung eingesetzt.

Bewohnerzimmer

Der temi-Assistenzroboter wird in der Einzelpflege und Betreuung eingesetzt. Bei Windelwechsel und Pflege werden spezielle Stoffe zur Geruchsabsorption verwendet. Im sog. Feel-Good-Modus verbindet temi beruhigende Düfte mit Naturbildern und Naturgeräuschen oder Musik.

Pausenräume und Dienstzimmer

Die Verbesserung des Raum- und Arbeitsklimas bewirkt eine Stressreduktion.

Foyer und Speisesaal

Durch die atmosphärische Gestaltung und damit Wertschätzung der Bewohner und Mitarbeiter verbessert sich die Aufenthaltsqualität erheblich.

Anwendung und Sicherheit

Automatik-Modus

Der temi-Assistenzroboter verfügt über mehrere Duftvarianten und kann zeitgesteuert und vollständig autonom agieren. Ebenfalls macht er Durchsagen und informiert während des Rundgangs.

Einzelsetting

Optional spielt temi Musik und Videos ab, entsprechend nach Jahreszeiten und Vorlieben der Bewohner. Bei Bedarf kann er vom Pflegepersonal in die einzelnen Zimmer begleitet und dort im Pflegealltag verwendet werden.

Sicherheitsmerkmale

Es werden nur naturidentische hochwertige Duftstoffe verwendet, um keine Allergien auszulösen. Es ist möglich, verschiedene Duftstärken einzustellen. Die verwendeten Duftstoffe bestehen aus einer konstanten, kontrollierten Zusammensetzung mit wenig Begleitstoffen.

Erkenntnisse aus Studien und Modellprojekten

Durch den bewussten Einsatz von Düften wird eine angenehm wohltuende Atmosphäre geschaffen, die sowohl Bewohnern als auch Pflegekräften zugutekommt und den Alltag in der Pflege entspannter, harmonischer und menschlicher gestaltet.

Bewohner

Auf die Bewohner hat der Einsatz der Aromabeduftung eine beruhigende Wirkung. Sie empfinden weniger emotionale Unruhe und ihre Schlafqualität verbessert sich. Dadurch stabilisiert sich ihr Tag-/Nacht-Rhythmus. Als Folge davon können Psychopharmaka reduziert werden. All diese positiven Umstände sorgen insgesamt für eine verbesserte Lebensqualität.

Pflegekräfte/Mitarbeiter

Durch die positive Wirkung auf die körperliche und psychische Gesundheit entsteht eine höhere Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Stress wird weniger wahrgenommen. Die Teamatmosphäre wird entspannter. Der einzelne Mitarbeiter empfindet die Arbeit als weniger belastend.

Einrichtung, Pflegeumfeld

Das verbesserte Raum- und Arbeitsklima kann man als aktives Gesundheitsmanagement bezeichnen.

Fazit

Pflegeeinrichtungen sind durch Personalmangel, hohe Krankenstände und starke psychische Belastungen geprägt. Besonders Stress, emotionale Erschöpfung und die zunehmende Zahl an Menschen mit Demenz erschweren den Pflegealltag. Aromatherapie kann hier nachweislich das Wohlbefinden, die Entspannung und die Lebensqualität von Bewohnern und Mitarbeitenden verbessern. Die Wirkung von Duftstoffen auf das limbische System im Gehirn kann Stress, Angst und Unruhe reduzieren.

Je nach gewünschter Wirkung werden unterschiedliche Düfte eingesetzt. Orange und Zitrone z.B. wirken aktivierend, während Lavendel und Melisse beruhigen. Zitrone, Thymian und Nadelholzöle besitzen zudem antivirale und antibakterielle Eigenschaften.

Der Assistenzroboter temi unterstützt heute schon Menschen im Alltag durch künstliche Intelligenz – besonders in Pflegeeinrichtungen, betreuten Wohnformen und sozialen Einrichtungen. Seine Stärken liegen in der einfachen Sprachsteuerung, selbstständigen Navigation und intuitiven Bedienung. Temi kann Personen folgen, Räume autonom anfahren und verfügt über Funktionen wie Videoanrufe, Erinnerungen und Unterhaltung. Dadurch fördert er digitale Teilhabe, Selbstständigkeit und soziale Kommunikation.

Zudem entlastet temi Pflege- und Betreuungskräfte bei organisatorischen Aufgaben und schafft mehr Zeit für persönliche Betreuung. Die neue Beduftungsfunktion wird speziell in Altersheimen genutzt.

Studien und Modellprojekte zeigen, dass Bewohner durch gezielten Einsatz von Duftstoffen ruhiger werden, besser schlafen und teilweise weniger Psychopharmaka benötigen. Pflegekräfte erleben weniger Stress und eine höhere Arbeitszufriedenheit. Außerdem verbessert sich das Raum- und Arbeitsklima deutlich.

Im Modellprojekt „Betriebliche Prävention und Gesundheitsförderung Raumbeduftung mit ätherischen Ölen in der stationären Altenpflege“ (Autor*innen: Jonas Seidel (IEGUS GmbH) und Gabriele Osing (contec GmbH)) konnten die Krankheitstage um 25 % und die Fluktuation um 15 % reduziert werden, während Mitarbeiterbindung und Gesamtzufriedenheit stiegen. Mit minimalem Personal- und Betreuungsaufwand schafft die automatisierte Beduftung einen spürbaren Mehrwert im Pflegealltag, ohne zusätzliche Ressourcen zu beanspruchen. Zugleich ermöglicht sie echte Kosteneinsparungen sowie eine Amortisation ab dem ersten Tag.

Insgesamt gilt Aromabeduftung daher als effektive und wirtschaftliche Ergänzung im Pflegebereich.

Sandra Kerber-Bender

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