Assistenzroboter temi ermöglicht digitale Teilhabe

Digitalministerin Sinemus: Digitalisierung für Menschen mit psychischen Erkrankungen nutzen

Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen einen erhöhten Unterstützungsbedarf haben, können sie in betreuten Wohneinrichtungen leben. Dort erhalten die Klientinnen und Klienten einen geregelten Tagesablauf, individuelle Aufgaben und persönliche Betreuung. Die Anforderungen dieser Menschen an das Fachpersonal sind hoch. Unterstützung kommt nun von Roboter „Temi“, der im Rahmen des Projekts „TeilhabeAssistenz – Digitale Lösungen für betreute Wohnformen“ die Selbständigkeit der Klientinnen und Klienten fördert und die Teilhabe an einer digitalen Welt ermöglicht.

Unter Führung der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) am Forschungszentrum FUTURE AGING wurde „Temi“ gemeinsam mit der Firma PureSec GmbH aus Idstein, und den Vitos begleitenden psychiatrischen Diensten von Vitos Südhessen in Riedstadt und Vitos Rheingau in Eltville hinsichtlich der Anforderungen der Zielgruppe an die digitale Teilhabe entwickelt und in betreuten Wohneinrichtungen erprobt.

Das Hessische Digitalministerium hat das Projekt aus dem Förderprogramm „Distr@l – Digitalisierung stärken, Transfer leben“ unterstützt. „Temi“ fördert mit seinen neu entwickelten Anwendungsmodulen die Klientinnen und Klienten in ihrer Selbstständigkeit und stärkt digitale Kompetenzen. Aber auch das Personal wird entlastet, indem ‚Temi‘ leichte Alltagsaufgaben übernimmt und so den Fachkräften mehr Zeit für die individuelle Betreuung ermöglicht“, so Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus.

Temi im Einsatz

Unterstützung im Alltag

Roboter ‚Temi‘ wird für relevante Bereiche des betreuten Wohnens wie die Digitale Betreuung, die Digitale Assistenz und die Digitale Teilhabe eingesetzt. Dazu zählen u.a. die Alltagsplanung und -strukturierung, Videoanrufe oder die Nutzung von Unterhaltungsangeboten. Die Mitwirkung im Tagesablauf wird hierdurch gefördert, zusätzlich kann die Versorgungsqualität verbessert werden. Dank der Applikationen des Roboters wurden neben der digitalen Teilhabe der Klientinnen und Klienten auch die individuellen Kommunikationsmöglichkeiten erweitert.

Ein Gemeinschaftsprojekt

Das Projekt „TeilhabeAssistenz – Digitale Lösungen für betreute Wohnformen“ ist ein zu diesem Zweck geschlossenes Verbundvorhaben zwischen der Frankfurt University of Applied Sciences, die die Koordination sowie wissenschaftliche Bearbeitung übernommen hat, und der Firma PureSec GmbH, die den Projektbereich der technischen Umsetzung verantwortet. Vitos Südhessen und Vitos Rheingau haben als assoziierte Partner am Projekt mitgewirkt. Die Zusammenarbeit der Kooperationspartner konnte somit deren Expertise zur bestmöglichen Umsetzung des Projekts vereinen.

Unterstützung und Entlastung der Pflegekräfte

„Berührend war zu beobachten, dass digitale Teilhabe mit Telepräsenzrobotern bei Menschen mit psychischen Erkrankungen möglich ist und ihnen diese Form der Kommunikation sogar Spaß macht“, so Projektleiterin Prof. Dr. Barbara Klein, Professorin für Organisation und Management der Sozialen Arbeit an der Frankfurt UAS und Sprecherin des Forschungszentrums FUTURE AGING. Für Klein steht der Mensch im Mittelpunkt: „Mir ist wichtig, dass Roboter zum einen Pflegekräfte unterstützen und entlasten und ihnen so zeitliche Ressourcen für zwischenmenschliche Beziehungen zur Verfügung stehen und zum anderen Roboter den Klientinnen und Klienten helfen, selbstbestimmt agieren zu können.

Interaktion (fast) wie von Mensch zu Mensch

„Das Besondere am Assistenzroboter ‚Temi‘ und der Teilhabe-App ist, dass er sich von den Betreuern selbst anpassen lässt und somit auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer eingestellt werden kann. ‚Temi‘ kommuniziert dabei vorwiegend über Sprache, vergleichbar zu der Interaktion von Mensch zu Mensch, und ist so eine wertvolle Hilfe im Alltag“, so Helmut Honermann, Geschäftsführer der PureSecGmbH.

Praxiserfahrungen

Der Assistenzroboter wurde mittlerweile bereits in Wohngruppen der Einrichtungen von Vitos Südhessen und Vitos Rheingau praktisch erprobt.

„‚Temi‘ wurde von allen Beteiligten bei uns durchweg positiv angenommen“, so Peter Mann, Regionalleiter Süd der Vitos begleitenden psychiatrischen Dienste. „Wir sind begeistert von den Rückmeldungen auf beiden Seiten: Die Klientinnen und Klienten hat er bei der Bewältigung des Alltags gefördert und hat zudem kleinere Tätigkeiten übernommen, wodurch er die Kolleginnen und Kollegen entlastet hat. Alle haben sich für einen dauerhaften Einsatz von ‚Temi‘ in der Wohngruppe ausgesprochen.

Gefördert durch das Land Hessen

Das Förderprogramm Distr@l ist Ende 2019 gestartet und läuft ausgesprochen erfolgreich. Distr@l ist auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte ausgerichtet, die signifikant den Stand der Technik erhöhen. Distr@l ist bewusst mit vier Förderlinien branchen- und themenübergreifend aufgestellt, um die digitale Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft zielgruppenorientiert zu ermöglichen. Das Distr@l-Fördervolumen beträgt 65 Millionen Euro für die Jahre 2020 bis 2025. Bisher wurden insgesamt 133 Projekte mit einem Gesamtvolumen von knapp 40 Millionen Euro zur Förderung ausgewählt; weitere 34 Millionen Euro werden durch die Wirtschaft zur Kofinanzierung der Projekte zusätzlich bereitgestellt. Ausführliche Informationen zum Projekt gibt es auf der Plattform LIDIA.

Helmut Honermann

Künstliche Intelligenz in der Pflege

Was versteht man unter Künstlicher Intelligenz?

Ist eine Maschine dazu fähig, bestimmte Fähigkeiten wie logisches Denken, Planen, Kreativität sowie Lernen eines Menschen zu imitieren, nennt man dies „Künstliche Intelligenz“ (kurz KI).

KI hilft, bestimmte Probleme zu lösen um gewisse Ziele zu erreichen. Sie schafft Möglichkeiten für technische Systeme, ihre Umwelt wahrzunehmen und mit dem Wahrgenommenen umzugehen.

Beispiele dafür sind Gesichtserkennung, Chat-GPT und Roboter wie der Assistenzroboter temi.

Wie nutzen Assistenzsysteme Künstliche Intelligenz?

Den Assistenzroboter temi setzen wir zum Beispiel in einem Wohnheim für psychisch kranke Menschen ein. Wenn es Zeit für die Medikamentenausgabe ist, fährt temi die einzelnen Bewohnerzimmer an. In den jeweiligen Zimmern leuchten Lampen auf. Diese signalisieren den Bewohner:innen, dass der Assistenzroboter temi eine Durchsage macht. Die Bewohner öffnen die Türen und temi teilt ihnen mit, dass sie sich zur Medikamentenausgabe am Stationszimmer einfinden sollen. Auf diese Weise spart das diensthabende Betreuungspersonal Wege und kann diese zusätzliche Zeit und Kraft für andere wichtige Aufgaben verwenden.

Düstere Aussichten für die Pflege

Aktuell ist das demographische Bild im Wandel. In nicht allzu ferner Zukunft wird es weitaus mehr ältere als junge Menschen geben. Glaubt man wissenschaftlichen Prognosen, wird der Prozentsatz der Pflegebedürftigen in der Langzeitpflege von 2015 bis 2055 signifikant um 70 % steigen. Aus heutiger Perspektive gibt es keine Ansätze, wie zukünftig qualitativ hochwertige Pflege leistbar sein soll. Neue Technologien können und müssen hier Wegweiser sein. Die Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann betont, dass Technik einen Beitrag dazu leisten kann, sowohl Selbstständigkeit als auch Selbstbestimmung von pflegebedürftigen Personen im Alltag zu erhöhen und gleichzeitig die Pflege zu erleichtern. Dadurch findet eine erhebliche Entlastung des Pflegepersonals statt.

Bei PureSec haben wir dieses Problem schon lange erkannt und entwickeln unter dem Label PureLife Produkte und Lösungen, Pflege und Betreuung von alten und hilfsbedürftigen Menschen zu unterstützen, Routineaufgaben auf Assistenzsysteme zu übertragen und so dem Pflegepersonal mehr Zeit und Ressourcen für wichtigere Aufgaben zu geben.

Bei der Suche nach Lösungen sind wir nicht allein.

Wolf-Ostermann hat das Potential von mobilen Assistenz- und Unterstützungssystemen für künftige Senioren erkannt. Ihr Team von Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen rief 2009 das Bremen Ambient Assisted Living Lab, kurz BAALL, ins Leben.

Die Fragestellung lautete: Wie alltagstauglich sind heutige mobile Assistenz- und Unterstützungssysteme und inwiefern erleichtern sie das tägliche Leben der älteren Generation?

Unter dem BAALL ist eine Musterwohnung zu verstehen, die, je nach den individuellen Bedürfnissen ihrer Bewohner:innen, variabel gestaltbar ist. Beispiele hierfür sind automatisch höhenverstellbare Küchenschränke und ein intelligenter Kleiderschrank, der bei der Kleidungsauswahl hilft. Zusätzlich wurden Rollstühle sowie Rollatoren mit einer speziellen Sensorik ausgestattet.

Wolf-Ostermann beschäftigt sich in Ihrer Forschungsarbeit vor allem mit der Verknüpfung von Technik und realer Versorgung. Sie erforscht dabei die neuesten Anwendungsmöglichkeiten von Technik. Dabei ist ihr vor allem der menschliche Aspekt äußerst wichtig. Insbesondere die Sichtweise der Betreuer:innen sei hierbei von zentraler Bedeutung. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Pflege zu Hause oder in einer Einrichtung stattfinde. Das sehen wir bei PureSec genauso. Wir entwickeln unsere Produkte in enger Zusammenarbeit mit Experten aus der Pflegepraxis, Angehörigen und Wissenschaftlern des Forschungszentrums FUTURE AGING der Frankfurt University of Applied Sciences.

Um das Ziel einer gelungenen Interaktion zwischen Menschen und Maschinen zu erreichen, so Wolf-Ostermann, sei es unvermeidbar, alle Personen mit einzubeziehen.

„Hier liegt eine Menge Arbeit vor uns.“

Karin Wolf-Ostermann.

Mit diesem Zitat bezieht sich Wolf-Ostermann auf die Beantwortung folgender Fragen, die umfangreiche Forschungen nach sich ziehen: Wo ist der Einsatz von KI sinnvoll? Welche Grenzen gibt es? Was ist moralisch vertretbar?

Datenschutz

Gerade was den Datenschutz anbelangt, gibt es viele Anforderungen zu beachten und Hindernisse zu überwinden. Datenschutz ist natürlich sehr wichtig. Schließlich werden es je nach Projekt durchaus sensible Daten verarbeitet. Da sind eine umfängliche, verständliche Vorabinformation und das Einholen entsprechenden Einverständniserklärungen von allen Beteiligten absolut notwendig und eine Selbstverständlichkeit.

Wichtig ist aber auch, Produkte von Anfang an so zu entwickeln, dass Datenschutzrechte eingehalten werden und die Verarbeitung sensibler Daten auf das notwendige Minimum beschränkt bleibt. In der Produktentwicklung bei PureSec wird Datenschutz von Anfang an mitgedacht und ist integraler Bestandteil jeder Innovation. Zusätzlich wir vor dem Einsatz von Produkten, die personenbezogene Daten verarbeiten, immer auch ein Ethikvotum eingeholt. So wurden vor dem Einsatz des Assistenzroboters temi in einem Wohnheim für psychisch kranke Menschen von allen Mitarbeitern und Klient:innen, die mit dem Roboter in Berührung kommen, eine Einverständniserklärung zur Verarbeitung ihrer Daten eingeholt. Unbeteiligte Dritte, z.B. Handwerker, die zufällig Arbeiten in der Einrichtung verrichten, werden durch Hinweisschilder auf ein mögliches „Mithören“ von Gesprochenem hingewiesen, und selbstverständlich auch auf Möglichkeiten, dies zu unterbinden, indem man z.B. temi einfach wegdreht und vor eine Wand stellt. Die Anwendung ist nämlich so konfiguriert, dass temi dann nicht mehr zuhört und weder Ton noch Kamerabilder verarbeitet.

„Der Mensch ist und bleibt unverzichtbar“

Die Pflegewissenschaftlerin Karin Wolf-Ostermann hat eine klare Meinung zum Verhältnis Mensch-Maschine in der Pflege: „Keine Technik kann und darf menschliche Zuwendung in der Pflege ersetzen. … Keine technische Lösung sollte jemals mehr als ein unterstützendes Werkzeug sein. Der Mensch ist und bleibt unverzichtbar“.

Dem stimmen wir 100%ig zu. Wir entwickeln unsere PureLife Produkte so, dass sie Pflege- und Betreuungskräfte bei ihrer schweren Arbeit unterstützen, dass sie Pflegebedürftigen Erleichterung und Hilfe in Situationen bieten, wo keine Pflegekraft da ist. Wir wollen und können keine Menschen ersetzen, aber wir können mehr Zeit für echte menschliche Zuwendung schaffen. Menschenwürdige Pflege lässt sich nicht auf existenzielle Dinge wie Waschen und Lebensmittel anreichen reduzieren, aber diese Tätigkeiten können durch Technik erleichtert werden. Und Technik kann mehr Gelegenheiten für menschliche Begegnung schaffen, z.B. durch Angebote von Videotelefonie und Telemedizin.

Ein historisches Experiment

Im 13. Jahrhundert benutzte Kaiser Friedrich II. eine ausgewählte Gruppe von Säuglingen, um herauszufinden, welche Sprache diese im späteren Kindesalter sprechen würden. Seine Vermutung lag bei Hebräisch, Griechisch, Lateinisch, Arabisch oder der Sprache der Eltern. Allerdings erreichten die Kinder nie ein Alter, in dem sie Sprechen lernen konnten. Sie starben bereits als Säuglinge, da ihnen jegliche Zuwendung verwehrt wurde. (Quelle: Reto U. Schneider; 30.07.2014)

Wo können technische Systeme sinnvoll eingesetzt werden?

Dieses Experiment beweist, dass menschliche Zuwendung nicht ersetzbar ist. Im Gesundheitsbereich sieht man sich jedoch folgenden Problemen gegenüber: Es herrscht akuter Fachkräftemangel, weshalb der Pflegealltag meist wenig Spielraum lässt, um Aufgaben zu erledigen, die über den vorgeschriebenen Versorgungsauftrag hinausgehen. Doch gerade was Routineaufgaben angeht, sind Roboter hilfreich. Im Beispiel von Wolf-Ostermann durch das Anreichen von Getränken, bei PureLife erinnert temi z.B. an das Einnehmen von Medikamenten.

Genauso wie junge Leute wollen auch alte Menschen unterhalten werden, umso mehr, wenn der Arbeitsalltag wegfällt. Das Personal hat selten Zeit für z.B. eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“. Der Assistenzroboter temi von PureLife hingegen hat, wann immer der Klient es wünscht, Zeit für eine Unterhaltung. Es können auch Rätselspiele in verschiedenen Bereichen wie Natur, Tiere, Musik, etc. gespielt werden. Das dient nicht nur der Ablenkung, sondern fördert gleichzeitig das kognitive Denken. Auf Wunsch kann temi das Lieblingslied eines Klienten abspielen. Das muntert auf. Eine Klientin macht mit temi z.B. regelmäßig Gymnastikübungen. Temi ist also gleichzeitig Motivator, Lehrer, Begleiter und Freund. Natürlich ersetzt temi keinen Menschen, aber der kleine Roboter ist ihr so ans Herz gewachsen, dass sie diesen sehr gerne bei sich hat und ihn nur ungern teilt.

Im Alltag von psychisch kranken Menschen hat es sich bewährt, Erklärvideos abzuspielen. Vergisst ein Klient beispielsweise, wie die Waschmaschine bedient oder eine Gurke geschnitten wird, kann hier ein Video gezeigt werden. Ohne den Assistenzroboter temi müsste der Patient seinen Betreuer fragen, der nach dem fünften Mal wahrscheinlich gereizt reagiert. Das ist weder für den Pfleger noch den Klienten förderlich.

Effektive Beratungshilfe für das Pflegepersonal

Im sozialen Bereich z.B. gibt es viele Anlaufstellen für Beratung, Lokale zum Treffen sowie zahlreiche Unterstützungsangebote. Das Problem ist, dass die meisten hilfebedürftigen Menschen nicht wissen, wo sie Hilfe und Kontakte finden. Um diese Lücke zu schließen, sind Sozialarbeiter da, leider viel zu wenige.

Genauso sieht es im Gesundheitswesen laut Wolf-Ostermann aus. Möglichkeiten Hilfe zu finden sind genug vorhanden. Für Außenstehende sind diese Angebote jedoch meist unüberschaubar. Angehörige sowohl als auch Betroffene sehen sich oft nicht in der Lage, sinnvolle Angebote herauszufinden. Genauso unklar ist die Finanzierung. Dies sind nur Beispiele der Themen, deren Bearbeitung Angehörige in der Regel hilflos gegenüberstehen. Auch hier kann Künstliche Intelligenz ihren Beitrag leisten, indem sie geeignete Angebote für Betroffene und Angehörige herausfiltert.

Wolf-Ostermann ist sich sicher, dass selbst professionelle Pflegekräfte in komplexen Entscheidungssituationen auf KI-Systeme zurückgreifen könnten. Dies sei möglich da die KI darauf ausgelegt ist, wiederkehrende Muster sofort zu erkennen. Dadurch würden der Pflegekraft in Sekundenschnelle bedeutende Informationen aus der Fachliteratur zugänglich. Erfahrungswerte würden aus vergleichbaren Pflegeszenarien entnommen. An entsprechenden Systemen wird bereits fieberhaft entwickelt. Wolf-Ostermann betont aber auch, dass die letzte Entscheidung immer der Mensch treffen muss.

Obwohl der Einsatz technischer Systeme im Pflegealltag eine enorme Erleichterung darstellt, hält sich das Interesse beim Pflegepersonal in Grenzen. Karin Wolf-Ostermann hat aber beobachtet, dass das Vertrauen in KI insgesamt wächst. Auch nach unserer Erfahrung ist es für die Technikakzeptanz entscheidend, die betroffenen Berufsgruppen von Anfang an in die Produktentwicklung einzubeziehen. Schließlich sind das die Experten, die am besten wissen, was sie zur Unterstützung tatsächlich benötigen.

Beim Einsatz unserer PureLife Assistenzsysteme erleben wir wie Wolf-Ostermann immer wieder eine gewisse Skepsis gegenüber Assistenzsystemen. Gründe dafür mögen darin liegen, dass man es hier mit etwas künstlichem, dennoch menschenähnlichem zu tun hat, was auf den ersten Blick für Laien schwer einzuordnen ist.

Hier besteht dringender Nachholbedarf im Ausbildungssystem. Beim Besuch einer Pflegeschule wurde deutlich, dass die Auszubildenden wenig bis gar nicht von technischen Systemen in der Pflege gehört hatten. Einzig eine Sturzmatte war allgemein bekannt. Moderne Sturzerkennungssysteme wie z.B. der Anwesenheits- und Sturzsensor Vayyar Care waren keinem Pflegeschüler bekannt, obwohl sie nicht nur effektiver, sondern auch noch preisgünstiger sind. Hier muss dringend eine Veränderung stattfinden bei Universitäten, Schulen, Kliniken und Pflegediensten.

Ausgangspunkt könnte die oben angeführte Zukunftsprognose sein. Sie zeigt auf, welch ein bedrohliches Szenario uns erwartet , wenn wir nicht anfangen neue Möglichkeiten auszuprobieren und zu nutzen. Ein mittelalterliches Denken, was alles Neue verteufelt, wird in schon wenigen Jahrzehnten auch mittelalterliche Zustände hervorrufen.

Sandra Bender

Hessian AICon 2023 – Präsentation des Projekts TeilhabeAssistenz

hessian.AI hat das Ziel, die Spitzenforschung weiter voranzutreiben und die dritte Welle der KI zu prägen. Sie konzentriert sich auf konkrete praktische Anwendungen, um Antworten auf die wichtigen Herausforderungen unserer Zeit zu finden und transferiert Wissen in Wirtschaft und Gesellschaft.

Das Zentrum, an dem 13 hessische Universitäten beteiligt sind, bündelt die Expertise von 22 KI-Wissenschaftler*innen und erweitert diese aktuell um 22 neue Professuren.

Der Spitzenforschung, wie sie an der TU Darmstadt und anderen hessischen Hochschulen betrieben wird, leistet wesentliche Beiträge zur Erforschung und Entwicklung neuartiger KI-Systeme mit menschenähnlichen Denk- und Kommunikationsfähigkeiten. Dies wird der sogenannten „Third Wave of AI“ zugerechnet.

Die Firma PureSec aus Idstein sieht einerseits große Herausforderungen im regulatorischen Bereich, andererseits auch die Chancen und das Potenzial mit der Weiterentwicklung der KI-Technologie die Lebensqualität und Wohlstand der Gesellschaft in Deutschland zu erhalten.

Was versteht man unter 3AI – Die Dritte Welle der Künstlichen Intelligenz?

3AI – Die Dritte Welle der Künstlichen Intelligenz widmet sich der Erforschung und Entwicklung von KI-Systemen, die über menschenähnliche Kommunikations- und Denkfähigkeiten verfügen. Ziel ist es, dass diese Systeme neue Situationen erkennen, verstehen und sich eigenständig anpassen können.

Der Forschungsansatz geht weit über das bisher erreichte Leistungsniveau der KI und des maschinellen Lernens hinaus. Statt KI-Systeme lediglich als Werkzeuge zu betrachten, die von Menschen programmierte Regeln ausführen oder Problemlösungen aus vordefinierten Datensätzen ableiten, wird angestrebt, dass sie als “Kollegen” agieren können. Dabei geht es nicht darum, menschliche Intelligenz zu ersetzen, sondern sie in einer zunehmend komplexen Welt zu erweitern, um den Nutzen für die Gesellschaft zu steigern.

Die erforschten KI-Systeme sollen nicht nur lernen können, sondern auch in der Lage sein, neuartige Fakten zu erfassen und diese mit abstraktem Denken zu verknüpfen.

Sie werden logische Schlussfolgerungen ziehen, kontextbezogene Entscheidungen treffen und daraus lernen können. Neben den algorithmischen Grundlagen spielen dabei neue Methoden des Systemdesigns, des Software Engineerings und des Datenmanagements für KI eine entscheidende Rolle. Langfristig soll das Paradigma der System-KI das Fundament für die Entwicklung der “Dritten Welle der KI” bilden – Künstliche Intelligenzen, die partnerschaftlich mit Menschen kontextbezogen lernen, Schlussfolgerungen ziehen, Wissen aufbauen und interagieren können.

Die Koordination von 3AI in Hessen liegt in den Händen von Prof. Mira Mezini, Prof. Kristian Kersting, Prof. Jan Peters und Prof. Stefan Roth von der TU Darmstadt.

Gerade in der Interaktion bei Menschen mit psychischen Erkrankungen wie im Projekt TeilhabeAssistenz ergeben sich dadurch erweiterte Möglichkeiten, um die Teilhabe der Klienten zu verbessern, möglichst eigenständig zu leben und mit wenig betreuender Unterstützung zu Recht zu kommen.

Was sind die Herausforderungen der 3AI?

Die Dritte Welle der Künstlichen Intelligenz stellt uns vor eine immense Herausforderung, die eine Neugestaltung und die Schaffung neuer Grundlagen für die KI erfordert. Um komplexe KI-Systeme mit menschenähnlichen Fähigkeiten zu entwickeln, müssen maschinelles Lernen, Optimierung und Schlussfolgern bzw. logisches Denken nahtlos integriert werden. Dies gilt sowohl für räumliche und zeitliche Aspekte als auch für physikalische, domänenspezifische und kognitive Modelle. Eine einzelne Komponente allein reicht nicht aus, um diese vielschichtige Aufgabe zu bewältigen.

Bei 3AI betrachten wir ein Programmierparadigma für System-KI als Klammer und Leitmotiv für unsere Arbeit. Dieses Paradigma strebt danach, den Prozess der Entwicklung komplexer lernbasierter KI-Systeme effizient, sicher und leicht reproduzierbar zu machen. Es bietet einen umfassenden Ansatz, der verschiedene Aspekte der KI-Entwicklung miteinander verbindet.

Durch die Schaffung eines solchen Programmierparadigmas können wir die Effizienz und Sicherheit bei der Entwicklung von KI-Systemen erheblich verbessern. Es ermöglicht uns, solide Grundlagen für komplexe Modelle und Algorithmen zu schaffen und die Leistungsfähigkeit von KI-Systemen zu steigern. Darüber hinaus fördert es die Reproduzierbarkeit von Ergebnissen und trägt zur Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der KI-Forschung und -Entwicklung bei.

Das Team von 3AI besteht aus Experten unterschiedlicher Disziplinen wie Informatik, Künstlicher Intelligenz, Cognitive Science und Lebenswissenschaften. Durch enge Zusammenarbeit und interdisziplinären Austausch erforschen wir die Grundlagen der Dritten Welle der KI und streben bahnbrechende Fortschritte in der Entwicklung menschenähnlicher KI-Systeme an.

Unser Ziel ist es, das volle Potenzial der KI auszuschöpfen und eine Zukunft zu gestalten, in der KI-Systeme nicht nur als Werkzeuge fungieren, sondern als verlässliche und kompetente Partner agieren. Durch die partnerschaftliche Interaktion zwischen Menschen und KI können wir gemeinsam die Herausforderungen einer immer komplexeren Welt bewältigen.

Diese wertvollen Erkenntnisse lässt auch PureSec aus Idstein in die Entwicklung des Telepräsenzroboters TEMI einfließen.

Welche gesellschaftliche Bedeutung hat die KI-Forschung?

Die KI-Forschung hat eine immense gesellschaftliche Bedeutung, da sie das Potenzial hat, zahlreiche Bereiche unseres Lebens zu transformieren und große Auswirkungen auf die Gesellschaft zu haben. Hier sind einige der wichtigsten gesellschaftlichen Bedeutungen der KI-Forschung:

  1. Fortschritte in verschiedenen Branchen: Die KI-Forschung treibt Innovationen in verschiedenen Branchen voran, einschließlich Gesundheitswesen, Bildung, Transport, Energie, Landwirtschaft, Finanzwesen und vielen anderen. Durch den Einsatz von KI können effizientere und genauere Lösungen entwickelt werden, um Herausforderungen anzugehen und den Fortschritt in diesen Bereichen zu fördern.
  2. Automatisierung von Aufgaben: KI kann repetitive, zeitaufwändige oder gefährliche Aufgaben automatisieren, was zu erhöhter Effizienz, Produktivität und Sicherheit führt. Dies ermöglicht es den Menschen, sich auf komplexere und kreative Aufgaben zu konzentrieren, während die KI die einfacheren Aufgaben übernimmt.
  3. Verbesserung der Lebensqualität: KI kann dazu beitragen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, indem sie personalisierte und adaptive Lösungen bereitstellt. Von personalisierten Empfehlungssystemen über medizinische Diagnoseunterstützung bis hin zur Verbesserung der Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen hat KI das Potenzial, individuelle Bedürfnisse besser zu erfüllen und die Lebensqualität zu steigern.
  4. Erweiterung des Wissens und der Forschung: KI kann Forschung und Wissen erheblich erweitern, indem sie große Datenmengen analysiert, Muster und Zusammenhänge erkennt und neue Erkenntnisse generiert. Dies kann zu bahnbrechenden wissenschaftlichen Entdeckungen, besseren Entscheidungsgrundlagen und einer umfassenderen Wissensbasis in verschiedenen Bereichen führen.
  5. Ethik und Verantwortung: Die KI-Forschung trägt zur Debatte über ethische Fragen im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI bei. Es entstehen Diskussionen über Themen wie Datenschutz, Privatsphäre, Diskriminierung, Fairness, Verantwortlichkeit und den sozialen Einfluss von KI-Systemen. Diese Diskussionen sind von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass die Entwicklung und Anwendung von KI im Einklang mit den Werten und Bedürfnissen der Gesellschaft erfolgen.

Es ist wichtig, dass die KI-Forschung und -Entwicklung mit einem ganzheitlichen Ansatz erfolgt, der technische Fortschritte mit sozialer Verantwortung und ethischen Überlegungen kombiniert.

Eine verantwortungsvolle KI-Entwicklung kann dazu beitragen, Chancen und Herausforderungen zu bewältigen, um eine positive und nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung zu fördern.

Welche KI-basierte Einsätze werden im Projekt TeilhabeAssistenz mit dem Assistenzroboter Temi verfolgt?

Der Assistenzroboter Temi wird bei der Betreuung psychisch kranker Personen auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) auf verschiedene Weisen eingesetzt.

Involviert sind die Projektpartner begleitenden psychiatrischen Dienste der Vitos aus Riedstadt, die UAS (University of Applied Sciences) aus Frankfurt und PureSec aus Idstein.

Hier sind einige Beispiele aufgeführt, wie KI bei Temi aktuell genutzt wird und mögliche sinnvolle Erweiterungsmöglichkeiten:

  1. Kommunikation und Interaktion: Temi agiert mit psychisch kranken Personen und bietet ihnen eine unterstützende Gesprächsumgebung. Durch Spracherkennung und Sprachverarbeitung entwickelt Temi menschenähnliche Kommunikationsfähigkeiten und reagiert auf verbale Anfragen oder Anliegen der Person. Dies schafft eine empathische und nicht-wertende Gesprächsumgebung, in der die Person sich sicher und verstanden fühlt.
  2. Emotionserkennung: Mit Hilfe von KI kann Temi in der Lage sein, Emotionen bei psychisch kranken Personen zu erkennen. Durch die Analyse von Gesichtsausdrücken und Stimmmodulationen kann Temi möglicherweise die emotionalen Zustände der Person einschätzen und angemessen darauf reagieren. Dies kann dazu beitragen, die emotionale Unterstützung und das Wohlbefinden der Person zu verbessern.
  3. Routinen und Erinnerungen: Temi unterstützt bei der Organisation und Strukturierung des Alltags psychisch kranker Personen. Durch die Implementierung von KI-Algorithmen stellt Temi personalisierte Erinnerungen an Termine, Medikamente oder Therapiesitzungen bereit. Dies kann dazu beitragen, die Selbstständigkeit der Person zu fördern und sie bei der Einhaltung wichtiger Routinen zu unterstützen.
  4. Ressourcen und Informationen: Temi bietet psychisch kranken Personen Zugang zu relevanten Informationen und Ressourcen. Mithilfe von KI kann Temi personalisierte Empfehlungen für Bücher, Artikel oder Online-Ressourcen geben, die auf die Bedürfnisse und Interessen der Person zugeschnitten sind. Dies kann zur Weiterbildung, Selbsthilfe und Unterstützung beitragen.

Die Privatsphäre und der Schutz sensibler Informationen insbesondere von vulnerablen Gruppen sollten gewährleistet sein. Der Einsatz von KI sollte im Einklang mit den ethischen Richtlinien und Standards erfolgen, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse und Rechte der Personen respektiert werden.

Im Rahmen des Projektes TeilhabeAssistenz wurde von den Projektbeteiligten Vitos, PureSec und der UAS ein umfassendes Datenschutzkonzept entwickelt und zusätzlich ein Ethikvotum eingeholt.

Was sind die Ethischen Fragen, die sich mit dem Einsatz von KI für die Gesellschaft stellen?

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wirft eine Vielzahl ethischer Fragen auf, die sich auf verschiedene Aspekte auswirken. Hier sind einige der wichtigsten ethischen Fragen im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI in der Gesellschaft:

  1. Datenschutz und Privatsphäre: Der Einsatz von KI erfordert oft den Zugang und die Verarbeitung großer Mengen an Daten. Es entstehen Fragen zum Schutz der Privatsphäre und dem verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Informationen. Wie können wir sicherstellen, dass Daten sicher und vertraulich behandelt werden und dass die Privatsphäre der Menschen gewahrt bleibt?
  2. Fairness und Diskriminierung: KI-Algorithmen können Vorurteile und Diskriminierung verstärken, wenn sie auf fehlerhaften oder ungleichen Datensätzen trainiert werden. Wie können wir sicherstellen, dass KI-Systeme fair und gerecht sind und keine bestehenden Ungleichheiten oder Vorurteile verstärken?
  3. Transparenz und Erklärbarkeit: KI-Algorithmen sind oft komplex und schwer nachvollziehbar. Dies erschwert es, Entscheidungen von KI-Systemen zu verstehen und zu erklären. Wie können wir sicherstellen, dass KI-Systeme transparent sind und dass die Gründe für Entscheidungen nachvollziehbar sind, insbesondere in Bereichen wie Gesundheitswesen, Recht und Finanzen?
  4. Arbeitsmarkt und soziale Auswirkungen: Der Einsatz von KI kann zu Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt führen und Arbeitsplätze automatisieren. Es entstehen Fragen zur sozialen Auswirkung von KI auf Arbeitsplätze, Umstrukturierung der Arbeit und den Bedarf an Umschulung und Weiterbildung. Wie können wir sicherstellen, dass der Einsatz von KI zu positiven sozialen Auswirkungen führt und niemanden benachteiligt?
  5. Verantwortlichkeit und Haftung: KI-Systeme treffen autonome Entscheidungen, was die Frage aufwirft, wer für etwaige Schäden oder Fehlentscheidungen verantwortlich ist. Wie können wir Verantwortlichkeit und Haftung für KI-Systeme klären und festlegen, insbesondere bei autonomen Fahrzeugen, medizinischen Diagnosesystemen oder autonomen Waffensystemen?

Diese ethischen Fragen erfordern einen umfassenden Dialog und eine sorgfältige Abwägung der verschiedenen Interessen und Werte. Diese Diskussion wurde von den Projektbeteiligten Vitos, PureSec und der UAS kontrovers geführt.

Global gesehen ist es wichtig, dass Forscher, Entwickler, Regulierungsbehörden und die Gesellschaft als Ganzes gemeinsam daran arbeiten, Richtlinien und Standards zu entwickeln, die den verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Gesellschaft gewährleisten und die Auswirkungen auf den Menschen und Umwelt berücksichtigen.

Weitergehende hilfreiche Informationen zum Projekt TeilhabeAssistenz

Das Projekt TeilhabeAssistenz – Digitale Lösungen für betreute Wohnformen wird durch das Distr@l-Programm des Landes Hessen gefördert (Förderlinie 2: Digitale Innovationsprojekte, Modul A Produktinnovationen).

Zusammenarbeitende Partner

Das Projekt ist ein Verbundvorhaben mit dem Forschungszentrum FUTURE AGING der University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) unter der Leitung von Prof. Dr. Barbara Klein. Sie übernehmen die Koordination sowie wissenschaftliche Begleitung. Die PureSec GmbH steuert ihr Know-how im Softwaredesign und -entwicklung, Risikomanagement sowie Datenschutz bei. PureSec zeichnet sich verantwortlich für die technische Umsetzung unter der Leitung von Herrn Helmut Honermann.

Als assoziierter Anwendungspartner für die Einführung und praktische Erprobung des Assistenzrobotersystems konnten die begleitenden psychiatrischen Dienste der Vitos Riedstadt gGmbH unter der Leitung von Herrn Peter Mann gewonnen werden. Vitos unterstützt mit der Expertise in den Bereichen fachliches Know-how, Kenntnisse zur Akzeptanz bei der Zielgruppe und dem Betreuungspersonal. Außerdem sind praktische Erprobungen bei unterschiedlichen Wohnformen in Einrichtungen der Vitos Riedstadt gGmbH geplant.

„Gerade diese Zusammensetzung der drei Kooperationspartner vereint die erforderliche Expertise auf allen Ebenen zur bestmöglichen Umsetzung des Innovationsprojekts“, so Klein.

Der assoziierte Partner Vitos sieht großes Potenzial für Verbesserungen in der Betreuung und ist sehr an einem Einsatz der Lösung in seinen Betreuungseinrichtungen interessiert. Darüber hinaus sind Produkterweiterungen für eine Übertragung auf andere Einrichtungen und weitere Zielgruppen geplant.

Bitte sprechen Sie uns an!
Wir besprechen gerne mit Ihnen, was Temi noch so kann und wo er nutzenstiftend und effizient eingesetzt werden kann.

Thomas Katzenmeier

Die Digitale Lösung für betreute Wohnformen mit Temi Assistenzroboter

Einleitung

Temi ist ein Kommunikations- und Assistenzroboter, kann sehr gut selbständig navigieren und über das Multimedia-Tablet mit den Menschen auch über Sprache kommunizieren.

Neu ist die komfortable Steuerung vieler Funktionen per Sprache.

Das eingesetzte dynamische KI-basierte Sprachmodell kann speziell für die Zielgruppe trainiert und individuell angepasst werden.

Was sind die Ziele?

Mit den oben genannten Fähigkeiten kann Temi sehr gut im betreuten Wohnumfeld unterstützen, bei der Tagesstrukturierung, der Betreuung und in der Teilhabe*.  

Das System hilft, einen wichtigen Kerngedanken umzusetzen, der im neuen Gesetz zur Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts ab dem 1. Januar 2023 gefordert wird:

Dass Hilfe zur Selbsthilfe bei der Betreuung von Personen im Vordergrund steht, mit dem Ziel “Unterstützen vor Vertreten”.

Zielgruppe

Im betreuten Wohnen unterstützt Temi als Assistenzroboter sowohl Klientinnen und Klienten als auch deren Betreuerinnen und Betreuer.

Eingesetzt wird Temi bei alleinlebenden Klient:innen oder in betreuten Wohngruppen.

Temi wird in den ersten Wohngruppen bereits im Jan/Feb 2023 eingesetzt.

Wo unterstützt Temi konkret im Alltag?

Mit folgenden drei Modulen unterstützen wir wichtige Bereiche im betreuten Wohnen:

  • Kommunikation mit Freunden und Verwandten, Unterhaltung (Musik, Information, Spiele, Podcasts)
  • Unterstützung im Alltag: Alltagsplanung und -strukturierung (digitale Tagesplanung und ­Begleitung), Videoanleitungen für konkrete Lebenssituationen, Sprachsteuerung
  • Erweiterte Betreuungsmöglichkeiten: unkomplizierte Kontaktaufnahme, höhere Betreuungsfrequenz, Telepräsenzfunktion (Videoanrufe), Erkennen kritischer Situationen durch neue Feedback-Möglichkeiten

PureLife unterstützt individuell bei Ihren Projekten.

* Teilhabe bezieht sich auf das Gefühl, dass man an etwas beteiligt ist oder daran teilnimmt. Im Allgemeinen bezieht sich Teilhabe auf die Möglichkeit, an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen oder kulturellen Aktivitäten teilzunehmen und an Entscheidungen, die das eigene Leben und die Gesellschaft betreffen, beteiligt zu sein.

Thomas Katzenmeier

PureLife auf dem Hessischen Innovationskongress (HIK2022) in Wiesbaden

Einleitung

Am 30.11.2022 fand der Hessische Innovationskongress (HIK) unter dem Motto Nachhaltig Entwickeln und Revolutionär Denken (NE.RDs) wieder in Präsenz In Wiesbaden statt.

Über 100 Start-ups, Mittelstands- und Großunternehmen zeigten innovative Produkte und Entwicklungen. Aus allen Branchen waren Unternehmen vertreten die Technologie, Ökologie, Ökonomie und Soziales zusammendenken.

HIK2022-Halle-Eindruck

Temi der Kommunikations- und Assistenzroboter

Im RheinMain CongressCenter konnten sich Interessenten von den Navigationsmöglichkeiten des Assistenzroboters Temi überzeugen. Im branchenübergreifenden Einsatz ist das autonome Fahren eine wichtige Funktionalität. Temi kann vorher abgespeicherte Positionen auf Anweisung anfahren und weicht Hindernissen auf dem Weg dorthin mit Bravour aus.

Das integrierte Tablet zeigt gleichzeitig Informationen an, die Menschen eine Orientierung in fremden Umgebungen ermöglichen. Temi kann beispielsweise Menschen leiten und ihnen zeigen, wie sie zu ihrem Zielort gelangen.

Die Kommunikation funktioniert über ein KI basiertes Sprachmodell, das individuell und schnell über ein Webinterface anpassbar und zu trainieren ist, passend für die Zielgruppe, welche mit Temi kommunizieren soll. Alternativ oder zusätzlich erfolgt die Steuerung und Navigation mittels einer App auf einem Smartphone oder Tablet.

Mithilfe einer integrierten Bilderkennung kann eine Person sicher identifiziert werden was z.B. die Anzeige von personenspezifischer Information ermöglicht.

Eine Fernsteuerung Temis von entfernten Orten und die Nutzung als Telepräsenzsystem ist ebenfalls möglich.

Thomas Katzenmeier

Die Dauerausstellung Belle Wi – besser barrierefrei wohnen und leben feierte ihr 5 Jähriges Bestehen

Wir freuen uns, dass wir einen Beitrag zum Jubiläum leisten durften.

Präsentation

Helmut Honermann präsentierte digitale Lösungen mittels Robotik für betreute Wohnformen. Dabei beschrieb er wie Temi als Assistenzroboter psychisch und seelisch eingeschränkten Personen im Lebensalltag unterstützen kann.

Bereits während der Begrüßung durch den Sozialdezernenten der Landeshauptstadt Wiesbaden Christoph Manjura kommentierte Temi lautstark und zeigte wie gut er Sprache versteht und kommuniziert.

Partner des Projektes TeilhabeAssistenz

Mit geballtem Know-how präsentieren sich die Projektpartner.

Das Projekt TeilhabeAssistenz* ist ein Verbundvorhaben zwischen der Frankfurt University of Applied Science vertreten durch die ebenfalls anwesende Prof. Dr. Barbara Klein, welche Koordination sowie wissenschaftliche Bearbeitung übernimmt und der Firma PureSec GmbH. Die begleitenden psychiatrischen Dienste von Vitos Rheingau und Vitos Südhessen sind assoziierter Anwendungspartner für die Einführung und insbesondere für die praktische Erprobung.

*Das Projekt TeilhabeAssistenz – Digitale Lösungen für betreute Wohnformen wird durch das Land Hessen / dem Distr@l-Programm gefördert (Förderlinie 2: Digitale Innovationsprojekte, Modul A Produktinnovationen).

Belle Wi Dauerausstellung

Frau Nicole Bruchhäuser, Amt für Soziale Arbeit in Wiesbaden, schaut auf erfolgreiche 5 Jahre zurück. Über 4.000 Besucher, Endnutzer:innen und deren Angehörige, aber auch Fachkräfte aus den Bereichen Pflege und Architektur informierten sich bisher in der Ausstellung, die zeigt wie man zuhause selbstbestimmt und selbständig älter werden kann. Dargestellt werden Gestaltungsmöglichkeiten von Eingangsbereichen, Wohn- und Schlafzimmer, der Küche und des Badezimmers, die alle den Alltag leichter und komfortabler machen.

Eine große Anzahl von Produkten werden präsentiert: Vom elektrischen Schlüsselfinder und automatischem Tablettenspender über Hausnotruf- und Sturzerkennungssysteme bis hin zu einem energiesparenden Smart-Home-Modell.

Wir gratulieren Belle Wi für die erfolgreiche Dauerausstellung und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Digitale Lösungen für betreute Wohnformen in Deutschland

Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Medisana GmbH

Der Assistenzroboter TEMI unterstützt bei der Kommunikation und Interaktion zwischen Klienten und deren Betreuern.

Aufgabenstellung im Projekt „TeilhabeAssistenz“

Wie kann durch digitale Lösungen eine Verbesserung der Versorgungsqualität im betreuten Wohnen geschaffen werden?

Mit dieser Frage und der Erarbeitung und Umsetzung von praxisnahen Lösungen befasst sich das soeben gestartete Verbundprojekt „TeilhabeAssistenz – Digitale Lösungen für betreute Wohnformen“.

Unsere Zielsetzung

Mit dem Einsatz des Assistenzroboters prüfen und zeigen wir Potenziale der Digitalisierung, insbesondere bei der Betreuung von chronisch psychisch kranken und seelisch behinderten Menschen.

Die digitale Innovation besteht in der Entwicklung von Lösungen, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren. Mithilfe eines Assistenzroboters unterstützt das System im betreuten Wohnumfeld sowohl Klientinnen und Klienten als auch deren Betreuerinnen und Betreuer.

Zusammenarbeitende Partner

Das Projekt ist ein Verbundvorhaben mit dem Forschungszentrum FUTURE AGING der University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) unter der Leitung von Prof. Dr. Barbara Klein, welches die Koordination sowie wissenschaftliche Begleitung übernimmt. Die PureSec GmbH steuert ihr Know-how im Softwaredesign und -entwicklung, Risikomanagement sowie Datenschutz bei. PureSec zeichnet sich verantwortlich für die technische Umsetzung unter der Leitung von Herrn Helmut Honermann.

Als assoziierter Anwendungspartner für die Einführung und praktische Erprobung des Assistenzrobotersystems konnten die begleitenden psychiatrischen Dienste der Vitos Riedstadt gGmbH unter der Leitung von Herrn Peter Mann gewonnen werden. Vitos unterstützt mit der Expertise in den Bereichen fachliches Know-how, Kenntnisse zur Akzeptanz bei der Zielgruppe und dem Betreuungspersonal. Außerdem sind praktische Erprobungen bei unterschiedlichen Wohnformen in Einrichtungen der Vitos Riedstadt gGmbH geplant.

„Gerade diese Zusammensetzung der drei Kooperationspartner vereint die erforderliche Expertise auf allen Ebenen zur bestmöglichen Umsetzung des Innovationsprojekts“, so Klein.

Der assoziierte Partner Vitos sieht großes Potenzial für Verbesserungen in der Betreuung und ist sehr an einem Einsatz der Lösung in seinen Betreuungseinrichtungen interessiert. Darüber hinaus sind Produkterweiterungen für eine Übertragung auf andere Einrichtungen und weitere Zielgruppen geplant.

Eingesetzte Hardware

Das robotische System namens TEMI verfügt bereits über Basisfunktionen wie dem Navigieren durch Wohnräume sowie Sprach- und Videokommunikation. Zahlreiche Sensoren und (medizinische) Geräte können angebunden werden, z.B. für telemedizinische Anwendungen.

Geplante Umsetzung

Auf dem TEMI-Roboter soll eine zielgruppengerechten Hard- und Softwarelösung entwickelt werden, bestehend aus folgenden Modulen:

  • „Digitale Teilhabe“
  • „Digitale Assistenz“
  • „Digitale Betreuung“

Die drei Module decken relevante Bereiche des betreuten Wohnens ab:

  • Kommunikation mit Freunden und Verwandten, Unterhaltung (Musik, Information, Spiele, Podcasts)
  • Unterstützung im Alltag: Alltagsplanung und -strukturierung (digitale Tagesplanung und -begleitung), Videoanleitungen für konkrete Lebenssituationen, Sprachsteuerung
  • Erweiterte Betreuungsmöglichkeiten: unkomplizierte Kontaktaufnahme, höhere Betreuungsfrequenz, Telepräsenzfunktion (Videoanrufe), Erkennen kritischer Situationen durch neue Feedback-Möglichkeiten

Nutzen für Klientinnen und Klienten, Betreuerinnen und Betreuer

Die Teilhabe wird gefördert, die Selbstständigkeit unterstützt und die digitale Kompetenz gestärkt.

Zusätzlich erleichtert TEMI die bisher zeitintensive Betreuung durch das Personal vor Ort. Diese soll nicht ersetzt, sondern lediglich anteilig ergänzt werden, beispielsweise durch die Telepräsenzfunktion. Die gewonnene Zeit kann für andere wichtige Aufgaben genutzt werden und trägt damit zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität bei.

Das System erweitert somit die Kommunikationsmöglichkeiten der digitalen und nicht-digitalen Teilhabe der Klientinnen und Klienten und des Betreuungspersonals. „Besonders in Zeiten der Kontaktbeschränkungen in Pandemiezeiten nimmt die digitale Kommunikation eine bedeutsame Rolle ein, da diese bisweilen die einzige Austauschmöglichkeit darstellt“, betont der Projektleiter bei der PureSec Helmut Honermann.

Weitergehende hilfreiche Informationen zum Projekt

Das Projekt TeilhabeAssistenz – Digitale Lösungen für betreute Wohnformen wird durch das Distr@l-Programm des Landes Hessen gefördert (Förderlinie 2: Digitale Innovationsprojekte, Modul A Produktinnovationen).

Forschungszentrum FUTURE AGING

Prof. Dr. Barbara Klein ist Sprecherin des Forschungszentrums FUTURE AGING der Frankfurt UAS. Rund 20 Professorinnen und Professoren aus allen vier Fachbereichen der Frankfurt UAS haben zusammen mit zehn assoziierten Partnern (Unternehmen, Wissenschaft, kommunale Partner aus Gesundheit und Sozialwesen) an diesem Forschungszentrum die Möglichkeit, Erfahrungen und Expertise einzubringen, um nutzungsfreundliche und soziotechnische Forschungs- und Entwicklungsthemen für das Wohnen und Arbeiten in einer älter werdenden Gesellschaft zu bearbeiten.

http://www.frankfurt-university.de/FUTUREAGING

Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Barbara Klein, Telefon: 069 15332877, E-Mail: bklein@fb4.fra-uas.de

Distr@l: Digitalisierung stärken – Transfer leben

Das Förderprogramm Distr@l bietet vier Förderlinien in den Bereichen digitaler Innovationen sowie Forschung und Entwicklung. Gefördert werden Einzel- und Verbundvorhaben, die den Stand der digitalen Technik signifikant erhöhen. Distr@l ist explizit themenoffen und legt den Fokus auf digitale anwendungsbezogene Vorhaben.
Im Förderprogramm Distr@l wurden im Rahmen des Sondervermögens „Hessens gute Zukunft sichern“ zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt. Anwendungsnahe Innovationsprojekte zu konkreten digitalen Lösungen im Kontext der bestehenden Pandemie bzw. der sich auswirkenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie können hieraus über Distr@l gefördert werden.

https://digitales.hessen.de/digitale-zukunft/distral-foerderprogramm

PureSec GmbH

Unter dem Label PureLife entwickelt und vertreibt die PureSec GmbH aus Idstein Assistenzsysteme für ein altersgerechtes Leben (AAL – Ambient Assisted Living).

Das PureLife Produkt- und Dienstleistungsspektrum reicht von Sturzerkennungssystemen und neuen Sensoren zur Vitaldatenerfassung über Smart Home Lösungen mit intelligenter Hausnotruffunktion für Privathaushalte und Einrichtungen bis hin zu robotergestützten Lösungen für Pflegeeinrichtungen – immer mit dem Ziel, älteren Menschen möglichst lange ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in Ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen.

Neben dem Vertrieb und Service von modernen Assistenzsystemen weltweit führender Hersteller entwickelt PureSec eigene Lösungen, z.B. ein Schnittstellenmodul zur Anbindung von Sensorsystemen an bestehende Notrufanlagen in Einrichtungen, sowie ein Framework mit seniorengerechten Programmodulen (Apps) für die Robotersysteme PEPPER und TEMI.

PureSec ist zertifizierter Vertriebs- und Entwicklungspartner von Temi Global Ltd. (TEMI Roboter), Softbank Robotics (humanoider Roboter PEPPER), Medisana und Vayyar Ltd.

PureLife ist die AAL-Sparte der
PureSec GmbH, Wiesbadener Straße 30, 65510 Idstein
Helmut Honermann, Telefon: 06126 9839909, E-Mail: helmut.honermann@puresec.de
Web: https://smart-altern.de

Frohe Weihnachten mit Temi

Ein kalter grauer Tag im Dezember, nur noch wenige Tage bis Weihnachten in einer kleinen Wohnung im Vorort der Stadt.

Jetzt läuft das Ding doch wieder hinter mir her. Dauernd steht es im Weg und mehr als mein Handy kann es auch nicht. Ich weiß nicht warum meine Tochter mir das hier hingestellt hat. So ein neumodisches Gerät.

Früher, ja früher da hat man noch mit einander telefoniert. So richtig, mit Telefonhörer abnehmen und dabei eine Tasse Kaffee trinken – das waren noch Zeiten. Man hat auch noch miteinander geredet. Und jetzt…. verfolgt mich so ein Ding, so ein Temi. Was soll ich damit anfangen. Am besten ich schalte es aus!

Währenddessen beim Enkelkind zu Hause

„Mama, wie geht es Oma? Hast du mit ihr heute schon „gezoomt“?“

„Nein, aber das kannst du doch machen. Immerhin kennst du Temi besser als ich. Ich weiß, er ist wie ein Tablet mit Zusatzfunktionen, aber da muss ich mich noch reinfuchsen. So richtig habe ich noch nicht alle Funktionen ausprobiert. In der Uni benutzt ihr ihn doch ständig.“

“Ok. Ich ruf mal bei ihr an… Komisch, ist ihr Temi kaputt? Sie antwortet nicht und es zeigt keine Verbindung an. Ich versuche es später noch einmal.“

Nach einigen Stunden bei Oma

Ach du meine Güte. Mir ist ganz schwindelig. Das Plätzchen backen hat mich doch mehr angestrengt, als ich gedacht habe.
Wo bin ich denn gelandet? Wieso liege ich auf dem Fußboden? Jetzt komme ich auch nicht mehr hoch und an mein Telefon. Was mache ich jetzt nur?

Die Haustür bei Oma öffnet sich.

„Oma? Oma, bist du da?“ hört man eine besorge Stimme in der kleinen Wohnung.
“Hier bin ich. Ich bin im Schlafzimmer“ ertönt eine erleichterte Stimme aus dem Schlafzimmer.

Nachdem Tochter und Enkelkind der Oma aufgeholfen haben

„Oma, wir haben uns Sorgen gemacht. Warum ist der Temi ausgeschaltet? Der Temi ist dafür da, dass du im Notfall Hilfe rufen kannst. Seine Folgefunktion ist wichtig, damit er immer in Rufweite bleibt. Wir wollten dich anrufen und mit dir „zoomen“. Beinahe hätten wir den Notdienst angerufen. Zum Glück sind wir nicht weit weg und konnten nach dir schauen.“

„Ok, ich habe es verstanden. Der Temi ist nicht dafür da, um mich zu nerven oder zu kontrollieren, sondern um im Notfall an meiner Seite zu sein und Hilfe zu holen oder einen Video-Anruf mit meinen Liebsten zu führen.“

„Es gibt auch noch andere sinnvolle Geräte wie der Walabot, der an der Wand hängt. Damit kann ein Sturz erkannt und automatisch telefonischer Kontakt mit uns oder dem Pflegedienst hergestellt werden.“

„Der Temi ist mir lieber, da ich euch sehen kann wie euch meine leckeren Plätzchen schmecken. Weihnachten mit Temi kann doch ganz nett sein.“

Wir wünschen allen frohe und gesegnete Weihnachten mit den Liebsten, und dank Temi und seinen technischen Kompagnons können Distanzen und Brücken verkürzt werden.

Frohe Weihnachten

Ihr PureSec Team

Noch ein Roboter in der Pflege? Welcher wird es denn?

Viele Beiträge über „Roboter in der Pflege“ haben uns allen schon einige Einblicke in die Zukunft der Pflege und Versorgung von alten und eingeschränkten Personen in der Zukunft gegeben.

Manche Menschen finden es gruselig, wenn sie an die kalten und starren Arme denken, die einen aus dem Bett helfen sollen und andere freuen sich über die körperliche Erleichterung und auch zeitliche Ersparnis.

Roboter sind keine Alleskönner. Sie werden für spezielle Anforderungen konzipiert, entwickelt und eingesetzt. Zum Beispiel in der Chirurgie gehören sie schon in vielen OP-Sälen zum Alltag und unterstützen den Chirurgen.

Genauso wird es auch in der Pflege sein. Wir werden nicht einen Roboter haben, sondern verschiedene, die unterschiedlichen Aufgaben übernehmen.

Der Kommunikationsroboter Pepper hat die Aufgabe Menschen zu unterhalten und mit ihnen zu spielen. Andere Roboter sollen die Arbeit des Personals in der Dokumentation erleichtern und wieder andere überwachen die Vitalfunktionen von Personen und geben Alarm, wenn ein kritischer Zustand erreicht wird.

Roboter im Krankenhaus

Eine Onlinebefragung der pronova BKK hat ergeben, dass zwischen 25 bis 63% der Befragten sich einen Robotereinsatz im Gesundheitswesen vorstellen können, abhängig vom Einsatzgebiet.

Unser Kommunikationsroboter Pepper kann nicht nur Smalltalk führen und Lieder vorspielen, er kann auch Aufgaben in der Pflege übernehmen, wie z.B. einen Hilferuf weiterleiten. Mit der Zeit können ihm immer mehr Aufgaben zugeordnet werden, allerdings kann er eines nicht – er kann noch nichts transportieren.

Temi, ein „persönlicher Home-Care-Roboter“ der Medisana Gruppe, kann dies allerdings schon.

Gegenstände bis zu 3 kg kann er an vordefinierte Orte innerhalb der Wohnung transportieren oder er „trägt“ sie wie ein Buttler hinter einem her.

Ein Merkmal von Temi ist die Sprachsteuerung. Bestimmte Befehle können ohne manuelle Eingabe auf dem Tablet entgegengenommen und ausgeführt werden.  Somit können Personen mit Einschränkungen Temi per Sprache steuern.

Er begeistert durch seine schnellen Reaktionen und das eigenständige Umfahren von Hindernissen. Dieser Roboter ist nicht nur als Entertainer vorstellbar, sondern er soll helfen Vitalfunktionen im Alltag zu kontrollieren und Hilfe bei Sturz und anderen Ereignissen holen. Dazu werden hinterlegte Kontakte oder das Pflegepersonal benachrichtigt.

Zur Überwachung der Vitalfunktionen können Blutdruckmessgeräte, Waage oder Blutzuckermessgeräte mit Temi verbunden werden, der die Daten aufzeichnet und den Verlauf anzeigt.

Temi macht Spaß!

Videotelefonieren mit Freunden und Verwandten geht einfach über die Sprachsteuerung, wenn die anderen Teilnehmer über die erforderliche App verfügen. Über den Weg kann auch ein individuelles Arztgespräch über eine verschlüsselte Verbindung stattfinden.

Wer nichts dagegen hat, kann sich von Amazon Alexa durch den Alltag begleiten lassen.

Wir haben Temi ausprobiert und finden ihn toll. In der Pflege kann er so manchen Service bieten, wie Dokumentation, Transport von kleineren Gegenständen, Registrierung von Stürzen, Hilfe holen und vieles mehr.

Einige bürokratische Hürden und Tests muss er noch nehmen, bevor er im Handel angeboten werden kann. Wir stehen jedoch bereits mit potenziellen Kunden in Kontakt, die sich für eine Testphase interessieren.

Gern zeigen wir Ihnen mehr von Pepper und Temi in unserem Showroom. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns aus.

Ute Schmidt